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Unterstützerverein Lien e.V. in Berlin – ZDF-Reportage

Syrischer Unterstützerverein Lien in Berlin

ZDF-Reportage, April 2012

Transkript des Videos
Einige Tausend Syrer, viele von ihnen in Berlin – auch dort haben sich
Unterstützervereine gebildet. Ex-Syrer, Exilsyrer sammeln für ihre Angehörigen
Geld, Kleidung, Lebensmittel oder auch Handys, die dann nach Syrien
geschmuggelt werden, um Kontakt zu halten und Informationen zu bekommen.

Unterstützer für Syrien

Das Untergeschoss eines Ladengeschäfts als improvisierte Zentrale der Berliner
Unterstützer – hier treffen sie sich, von hier aus organisieren sie Hilfslieferungen,
aber auch ihren Protest in Deutschland.
„Wir planen die Demos, wir reden darüber, was als nächstes ansteht, wir helfen,
wir arbeiten halt mit Lien zusammen für die Spendenaktionen.“
Lien ist ein Deutsch-Syrischer Verein, der in Deutschland Geld und Sachspenden
sammelt und der erst vor wenigen Wochen einen Container mit Nahrungsmitteln
und warmer Kleidung gepackt hat – für syrische Flüchtlingscamps aber auch für
Familien in den Protesthochburgen.

Erneut stapeln sich hier Sachspenden, sie wissen, jeder Tote in Syrien hinterlässt
im schlimmsten Fall gleich Dutzende von Hilfsbedürftigen.
„Die Zahl der Familien, die in Syrien ihre Ernährer verloren haben – tot oder
verhaftet oder auf der Flucht – ist wirklich sehr groß und jeden Tag gibt’s neue
Familien, jeden Tag gibt’s Tote – in jeder Woche gab es jetzt mittlerweile
300, 400 Tote – das sind im besten Falle wahrscheinlich 200 Familien, die
jetzt Unterstützung brauchen.“
Doch die Grenzen sind für Unterstützungen dieser Art geschlossen. Der
Transport der Hilfsgüter nach Syrien ist so eine ganz eigene Herausforderung.
„Wir müssen leider diese Dinge schmuggeln, es gibt keinen anderen Weg,
denn das Regime verbietet den Zugang von Hilfsorganisationen oder
Menschenrechtsorganisationen. Keiner darf hinein!“

Syrische Geheimdienstmitarbeiter in Deutschland

Selbst bis Deutschland reicht der lange Arm des Regimes, wissen die Berliner
Aktivisten. Zwei mutmaßliche Geheimdienstmitarbeiter sind bereits verhaftet
worden, weil sie offenbar hier Assad-Gegner ausspioniert hatten. 
„Der Hauptpunkt für diese Spionageaktion ist auch, dass sie die Leute in Syrien
unter Druck setzen. Also sie spionieren Leute hier aus und dann gehen sie zu
deren Familien in Syrien und machen diese dann fertig.“
Und alle hier haben Familien in Syrien.

Der Botschafter muss auch raus!

Vorbereitungen für ihre Demonstration heute nachmittag vor dem Auswärtigen Amt
– die zentrale Forderung diesmal, der Botschafter muss nun auch raus, nachdem
gestern vier seiner Mitarbeiter ausgewiesen wurden, die Regime-Gegner in
Deutschland bedroht haben sollen.
Der Widerstand schweißt sie alle hier zusammen.
„Wir kannten uns vorher alle nicht. Das ist das einzig Gute an das, was Baschar
al-Assad gemacht hat, er hat diese Syrer alle zusammengebracht. Da kann man
danken – in diesem Fall!“
Doch ansonsten wünschen sich diese Syrer in Berlin nichts sehnlicher, als dass
die Herrschaft des Tötens in ihrer Heimat schon bald ein Ende findet.